Die Sprache ist als Tatsache vorgegeben. Wo wir zuerst aufwachsen, beginnen wir die Sprachen zu
imitieren. Die Menschen sprechen miteinander und glauben einander zu verstehen, was natürlich kaum zu bestätigen ist, wenn man Unterhaltungen verfolgt. Ein ständiger Austausch von
Missverständnissen ist zu beobachten. In den Medien übertreffen sich die Gebildetsten mit Ähs und Ems, um Fehlaussagen folgen zu lassen. Selbst geschulteste Rhetoriker stottern sich durch
längstens eingeübte Slogans und Plattütüden, dass man schnell Lust hat seinen Lügendetektor ausschalten zu wollen.
Die Menschen sprechen und glauben sich auszudrücken. Sie reden miteinander und finden zu selten ihre gemeinsame Sprache zueinander. "Ja, sicher, genau, richtig, so ist es, absolut, und so
fort". So stimmt man sich zu und lässt auffallend das Zuhören vermissen.
Man empfindet dabei, wenn nicht Lust, so doch die natürliche und also auch absolut illusorische Befriedigung eines bestimmten Bedürfnisses, sich selbst mehr zu hören als den Angesprochenen.
Die Thematik, wie der Inhalt des Gesprochenen geht zu sehr verloren. Wir reden zu viel und hören zu wenig. Umgekehrt ist uns zu anstrengend.
Auf diesem "niedrigen Niveau" des menschlichen Ausdrucks der Konversation ist auch die Literatur angelangt. Sie ist Teil des Irrtums des gesellschaftlichen Imperfekts. Was ihr Verhältnis auf
dauerhafte Wertigkeit anginge, zur über den sprechenden und schreibenden Menschen hinweg reichenden Tauglichkeit, weist kaum genügende überzeugende Qualität
aus. Bestsellerlisten und mediale Nutzungen sprechen darin eine deutlich triviale Sprache. Je simpler die Inhalte und je höher die Auflage, desto mehr fühlt man sich angeregt
dem Konsum mitzufolgen.
Wir leben in einer medial gesteuerten Gesellschaft, die Ereignisse danach konsumiert, wie hoch die Nachfrage besteht, wir konsumieren ständig Events und bleiben danach meist sprachlos zurück, wir
finden es kaum noch wert viel darüber zu sprechen und was darüber geschrieben wird, findet kaum Resonanz, wenn es die allgemeine Kritik nicht erregt. Wie gesprochen werden soll, erfahren wir
aus Talkshows, was gelesen werden kann, aus gängigen Großauflagen, was uns bewegt, gestatten wir uns allenfalls im Internet. So leben wir offensichtlich eher mehr im Nichtgesagten, als im
deutlichen Gespräch. Der eigentliche Sprechakt findet immer weniger statt, weil uns die erforderliche gemeinsame Sprache dazu immer mehr verloren geht.